Jan 2026
Bevor Sie ein Webdesign-Angebot unterschreiben: Diese 12 Pflichtpunkte müssen drinstehen (2026)
Ein Angebot für Webdesign kann auf den ersten Blick super klingen, trotzdem aber wichtige Lücken aufweisen. Hier bekommst du eine klare Übersetzung in Alltagssprache plus Checkliste, damit du Angebote im Jahr 2026 sicher vergleichen kannst.

Inhalt
Das Webdesign-Angebot verstehen:
Du hast ein Webdesign-Angebot vor dir, liest Dinge wie „Konzept“, „SEO Basic“, „2 Korrekturrunden“ und „Webflow-Setup“ und denkst:
„Okay, das klingt gut.“ Aber was heißt das konkret? Und woran erkenne ich, ob das Angebot fair ist?”
Genau darum geht’s hier.
Denn 2026 gilt mehr denn je:
Eine hübsche Website bringt dir exakt 0, wenn sie
- nicht gefunden wird (SEO, Local SEO),
- nicht überzeugt (UX, Text, Struktur),
- langsam ist (Core Web Vitals),
- oder rechtlich und barrierefrei wackelt (BFSG/EAA).
Dieser Artikel ist eine Übersetzungshilfe von Angebots-Deutsch in Klartext.
Zusätzlich erhältst du eine Checkliste, mit der du Angebote in nur 10 Minuten vergleichbar machst.
Warum sich Webdesign-Angebote oft nicht vergleichen lassen.
Viele Angebote sind absichtlich oder aus Gewohnheit schwammig formuliert.
Das ist nicht böse gemeint, aber praktisch:
Wenn da steht „Website inkl. SEO“, kann das alles von „Meta-Titel eingetragen“ bis „komplette Keyword-Strategie, Seitenstruktur, Content, technische Optimierung, Local SEO, Redirects, Tracking“ bedeuten.
Deshalb ist die wichtigste Regel:
Vergleiche nicht den Preis. Vergleiche den Leistungsumfang.
Und zwar so, dass du am Ende genau weißt, worum es geht:
- Was bekomme ich wirklich?
- Was fehlt (und kostet später extra)?
- Was ist mein Risiko, wenn’s etwas drin ist?
So liest du ein Angebot richti.!
Wenn du ein Angebot öffnest, prüfe zuerst diese drei Dinge:
- Ergebnis: Was soll am Ende live sein? Wie viele Seiten, welche Funktionen und welche Ziele?
- Prozess: Wie läuft die Zusammenarbeit? Feedback, Korrekturen, Timing, Launch?
- Pflichten: SEO, Performance, Tracking, DSGVO, Barrierefreiheit. Was ist drin, was nicht?
Wenn eines davon fehlt, bitte nachfragen. Nicht aus Misstrauen, sondern weil du sonst keine echte Vergleichbarkeit hast.
1. Ziele, Zielgruppe, Erfolgskriterien (Strategie-Block)
Klartext: Bevor mit dem Bau der Website begonnen wird, muss klar sein, für wen sie ist und was sie erreichen soll.
Warum wichtig: Ohne Ziel wird deine Website zwar „schön“, aber nicht wirksam.
Im Angebot steht oft: „Kick-off“, „Strategieworkshop“, „Zieldefinition“, „Anforderungsanalyse“.
Rote Flagge: „Wir starten direkt mit dem Design.“ Das kann funktionieren, ist aber oft ein Glücksspiel.
Frage:
„Woran messen wir Erfolg? Anfragen, Bewerbungen, Leads, Terminbuchungen oder Local Rankings?“
2. Seitenplan und Leistungsumfang (Sitemap + Funktionen)
Klartext: Welche Seiten gibt es genau? Und was können sie?
Beispiele:
- Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt, Karriere
- Blog oder Ratgeber
- Case Studies
- Formulare, Terminbuchung, Newsletter
- Mehrsprachigkeit, Downloads, Filter, Suche
Warum wichtig: Eine Website ohne Seitenplan ist wie ein Haus ohne Grundriss.
Im Angebot steht oft: „Sitemap“, „Informationsarchitektur“, „Seitenumfang“ und „Templates“.
Rote Flagge: „Bis zu X Unterseiten“ ohne Definition dessen, was eine „Unterseite“ ist.
Frage:
„Welche Seiten sind individuell designt und welche sind Templates?”
3. CI-Check und Markenanpassung (Corporate Identity)
Klartext: Passt die Website wirklich zu deiner Marke oder wird es ein Standard-Look?
CI bedeutet nicht nur Logo und Farben, sondern auch:
- Typografie, Bildstil, Tonalität
- Button-Stil, Abstände, Icon-Style
- Wiedererkennbare Gestaltung, die Vertrauen aufbaut
Warum wichtig: Innerhalb von Sekunden entscheiden Menschen, ob du „professionell“ wirkst.
Im Angebot steht oft: „CI-Integration“, „Styleguide“ und „Branding-Transfer“.
Rote Flagge: „Wir wählen ein Thema aus und passen die Farben an.“
Frage:
„Gibt es als Ergebnis ein kleines Designsystem oder einen Styleguide?“
4. UX und Conversion-Konzept (Wireframes / Struktur)
Klartext: Zunächst wird die Struktur der Website geplant. Dabei werden Reihenfolge, Inhalte, CTAs und Vertrauen berücksichtigt.
Warum wichtig: Design ohne Struktur ist wie eine Verpackung ohne Inhalt.
Im Angebot steht oft: „Wireframes“, „UX-Konzept“, „User Journey“, „Conversion-Optimierung“.
Rote Flagge: „UX ist inklusive“ ohne Deliverable (z. B. Wireframes).
Frage:
„Plant ihr die Seite erst als Wireframe, bevor das Design startet?“
5. UI-Design (Look & Feel) + Designsystem
Klartext: Das sichtbare Design. Aber bitte nicht nur „hübsch“, sondern konsistent.
Gutes Angebot enthält z. B.:
- Startseiten-Design
- Komponenten (Buttons, Cards, Hero, FAQ, Trust-Module)
- Zustände (Hover, aktiv, Fehlerzustand Formulare)
- Mobile-Design
Warum wichtig: Konsistenz wirkt hochwertig und spart später Zeit und Geld.
Im Angebot steht oft: „UI Design“, „Mockups“, „Designsystem“, „Komponentenbibliothek“.
Rote Flagge: „Design nach Geschmack“ ohne klare Richtung oder Referenzen.
Frage:
„Wie viele Designvarianten gibt es zu Beginn und wann werden diese festgelegt?“
6. Content: Texte, Bilder, SEO Inhalte (wer macht was)
Klartext: Wer liefert die Inhalte? Und in welcher Qualität?
Typische Varianten:
- Du lieferst alles
- Agentur schreibt Texte
- Mix: Du lieferst Rohinfos, Agentur macht daraus verkaufsstarke Seiten
- Bildauswahl, Bildbearbeitung, Lizenzen
Warum wichtig: Content ist oft der größte Zeitfresser. Er ist auch der Hauptgrund, warum Projekte ins Stocken geraten.
Im Angebot steht oft: „Content-Pflege“, „Text-Erstellung“, „Copywriting“ und „Bildrecherche“.
Rote Flagge: Kein Satz dazu. Dann musst du später wahrscheinlich improvisieren.
Frage:
„Sind Texte SEO und conversion-orientiert enthalten oder nur ‘eingepflegt’?“
7. Webflow-Umsetzung (Build, CMS, Komponenten, Integrationen)
Klartext: Das ist der technische Bau in Webflow.
Wichtig, dass im Angebot klar steht:
- CMS ja/nein (Blog, Cases, Jobs)
- Komponentenaufbau (wiederverwendbar)
- Formulare (Webflow, Dritttools)
- Integrationen (CRM, Newsletter, Calendly etc.)
- Weiterentwicklung und Skalierung
Webflow entwickelt sich stark weiter, z. B. beim CMS und bei SEO Workflows.
Warum wichtig: Eine Webflow-Seite kann „schnell zusammengeklickt“ sein oder sauber als System gebaut werden. Das entscheidet über Wartbarkeit und Kosten.
Im Angebot steht oft: „Webflow Development“, „CMS Setup“, „Component-based build“.
Rote Flagge: „Webflow inklusive“ ohne Details zu CMS, Struktur, Übergabe.
Frage:
„Bekomme ich am Ende ein System, das ich selbst pflegen kann, ohne dass alles kaputtgeht?“
8. Responsive Design + Qualitätssicherung (Mobile, Browser, Formulare)
Klartext: Deine Seite muss auf Handy perfekt funktionieren. Nicht nur „geht so“.
Dazu gehören:
- echte Mobile-Optimierung (nicht nur „runterskalieren“)
- Tests auf gängigen Breakpoints
- Browserchecks
- Formular-Tests, Fehlermeldungen, Captcha falls nötig
Warum wichtig: Der Großteil der Besucher:innen kommt mobil. Wenn das nervt, bist du raus.
Im Angebot steht oft: „Responsive“, „QA“, „Testing“.
Rote Flagge: „Responsive automatisch“ (ist es nicht, wenn’s richtig gut sein soll).
Frage:
„Welche Tests macht ihr konkret vor dem Launch?“
9. Performance + Core Web Vitals (LCP, CLS, INP)
Klartext: Schnell, stabil, reaktionsfähig.
Wichtig in 2026:
- Bilder optimiert
- saubere Animationen
- wenig Ballast durch Tools
- technisch saubere Struktur
Bei den Core Web Vitals ist INP inzwischen zentral und ersetzt FID.
Warum wichtig: Performance beeinflusst Absprünge, Vertrauen und oft auch Rankings.
Im Angebot steht oft: „Performance-Optimierung“, „Core Web Vitals“.
Rote Flagge: Nichts dazu, obwohl Videos, Animationen, viele Integrationen geplant sind.
Frage:
„Welche Performance-Ziele werden anvisiert und wie wird gemessen?“
10. SEO im Angebot (nicht nur „Meta-Tags“)
Klartext: SEO ist ein Paket aus Technik + Inhalt + Struktur.
Ein sauberes SEO-Angebot kann beinhalten:
- Keyword- und Seitenstruktur-Plan
- Title/Description, H-Struktur
- interne Verlinkung
- Bild-Alt-Texte
- Indexierung, Sitemap, Robots
- Redirects (wichtig bei Relaunch)
- Local SEO (wenn du lokal Kund*innen willst)
Warum wichtig: Wenn du nicht gefunden wirst, bringt dir das Design nichts.
Im Angebot steht oft: „SEO Basic“, „OnPage“, „Technical SEO“, „Local SEO“.
Rote Flagge: „SEO inklusive“ ohne Liste, was genau gemacht wird.
Frage:
„Ist SEO nur Setup oder auch Content-Strategie und Seitenstruktur?“
11. Tracking und Messbarkeit (GA4, Events, Conversion)
Klartext: Du willst wissen, ob die Website funktioniert.
Dazu gehören:
- GA4 sauber eingebunden
- Key Events (z. B. Formular abgeschickt, Klick auf Telefon, Termin gebucht)
- Consent-Mode/Cookie-Lösung passend
- optional: Search Console Setup
Warum wichtig: Ohne Messbarkeit optimierst du im Blindflug.
Im Angebot steht oft: „Tracking Setup“, „Analytics“, „Conversion Tracking“.
Rote Flagge: „Analytics einbauen“ ohne Events. Dann siehst du nur Besucher, aber keine Wirkung.
Frage:
„Welche Conversions werden getrackt und wie sehe ich das im Alltag?“
12. Recht und Pflicht: DSGVO + Barrierefreiheit (BFSG/EAA) + Launch/Übergabe
Das ist die Position, die viele Angebote unterschätzen.
DSGVO (Kurzrealität)
- Cookie Banner sauber (je nach Setup)
- Drittanbieter-Dienste sauber beschrieben
- Formulare datenschutzkonform
- Tracking erst nach Einwilligung, wenn nötig
Barrierefreiheit (2026 ist das kein Nice-to-have mehr)
Seit 28. Juni 2025 ist Barrierefreiheit für viele Unternehmen im Rahmen der EU-Regeln und in Deutschland über das BFSG ein echtes Thema, besonders bei digitalen Dienstleistungen.
Heißt in der Praxis: Kontraste, Tastaturbedienung, saubere Struktur, Alt-Texte, klare Fokuszustände, verständliche Formulare.
Launch und Übergabe
Ein gutes Angebot beschreibt:
- Staging/Testlink
- Launch-Plan
- Übergabe (Zugänge, Doku, Mini-Schulung)
- wer was nach Launch übernimmt
Warum wichtig: Ohne saubere Übergabe bist du abhängig. Ohne Launch-Plan geht’s oft chaotisch los.
Im Angebot steht oft: „DSGVO Basic“, „Accessibility“, „Go-live“, „Handover“.
Rote Flagge: „Rechtliches macht ihr selbst“ ohne wenigstens saubere technische Grundlage.
Frage:
„Was genau ist bei DSGVO und Barrierefreiheit enthalten und was nicht?“
Der wichtigste Block, den fast niemand sauber erklärt: Korrekturen
Wenn im Angebot steht „2 Korrekturrunden“, klär das unbedingt.
Diese 3 Dinge müssen klar sein:
- Was ist eine Korrektur? (z. B. Textanpassung, kleine Layoutänderung)
- Was ist eine Änderung? (z. B. neue Sektion, neue Seite, neue Strategie)
- Wie wird abgerechnet, wenn’ esdrüber geht? (Stundensatz? Paket?)
Gute Agenturen schreiben das sauber rein, weil es beide Seiten schützt.
Webdesign-Angebot vergleichen in 10 Minuten: Mini-Checkliste
Kopier dir das als Vergleichsliste:
A) Ergebnis
- Seitenplan konkret (Seiten + Funktionen)
- CMS ja/nein klar beschrieben
- Inhalte Verantwortlichkeit geklärt
B) Wirkung
- UX/Conversion Konzept enthalten
- SEO Umfang als Liste definiert
- Tracking inkl. Events/Conversions
C) Technik
- Responsive + Tests
- Performance/Core Web Vitals
- Redirects bei Relaunch erwähnt
D) Pflicht
- DSGVO/Cookie Setup beschrieben
- Barrierefreiheit erwähnt (mindestens Basics)
E) Zusammenarbeit
- Anzahl Korrekturen + Definition
- Zeitplan grob + Feedbackprozess
- Übergabe/Schulung + Support geregelt
Wenn du bei einem Angebot mehr als 4 Haken nicht setzen kannst: Es ist nicht „schlecht“, aber nicht vergleichbar. Dann fehlen dir Infos.
Angebots-Deutsch in Klartext: 12 typische Begriffe, die du jetzt sofort verstehst
- „SEO Basic“ = meist nur Meta-Titel, Beschreibungen, evtl. technische Basics
- „OnPage SEO“ = Struktur, Inhalte, interne Links, Überschriften, Content
- „Technical SEO“ = Indexierung, Sitemap, Redirects, Performance, Struktur
- „UX“ = Nutzerführung, Verständnis, Klarheit, Conversion
- „Wireframes“ = grobe Struktur ohne Design
- „Designsystem“ = wiederverwendbare Bausteine, die alles konsistent machen
- „CMS“ = Inhalte selbst pflegen (Blog, Jobs, Cases)
- „QA“ = Qualitätscheck vor Launch
- „Staging“ = Testversion vor Livegang
- „Redirects“ = Weiterleitungen, damit Rankings nicht sterben
- „Events“ = Messpunkte (Anfrage, Klick, Termin)
- „Handover“ = Übergabe, Schulung, Doku



